Viele Internetprovider kämpfen schon seit einiger Zeit mit preiswerten Angeboten um die Gunst der Kunden. Ein sehr bekannter und weit verbreiteter Anbieter auf dem Internetprovidermarkt ist 1&1. 1&1 gehört zur GMX-Gruppe und zählt zu einem der erfolgreichsten Internetprovidern auf dem Markt.
Doch ist dieser Provider wirklich so günstig wie er verspricht? In erster Linie ja, wenn man keine Serviceleitungen in Anspruch nimmt.
Vergisst man als Kunde beispielsweise das Passwort, kann es jedoch richtig teuer werden. Das fängt damit an, dass der Kunde für über einen Euro pro Minute eine Hotline wählen muss, um eine technische Hilfestellung zu erlangen. Nach ca. 10 min. endlosen Warteschleifen ist endlich ein „kompetenter Servicemitarbeiter“ am Telefon, der mit Rat und Tat versucht behilflich zu sein.
In der Tat! An das Passwort für den Internetzugang gelangt man am schnellsten, indem man eine Kopie des Personalausweises an die angegebene Serviceadresse faxt. Gesagt, getan und somit sollte das Passwort, laut Aussage des Servicemitarbeiters, dem Kunden innerhalb von kürzester Zeit (genau genommen nach einem Tag) per E-Mail zukommen.
Bei Service-Dienstleistern sollte das Wort „Service“ eigentlich groß geschrieben werden. Das ist bei 1&1 scheinbar nicht immer der Fall. Denn der Versand einer E-Mail kann hier schon mal einige Zeit (vier Tage) dauern. Ist nach vier Tagen immer noch kein Passwort bei Ihnen als Kunde angelangt, empfiehlt es sich, erneut bei der technischen Hotline anzurufen und sich über den Versand des Passwortes zu erkunden, was erneut mit Kosten verbunden ist.
Der Internetanbieter scheint administrativ so gut und durchdacht organisiert zu sein, dass ein freundlicher Kundenbetreuer mitteilt, dass das Fax nicht gut genug zu lesen sei und deshalb das Passwort nicht versendet werden kann.
Das erneute Versenden des Personalausweises scheint jedoch das Problem des fehlenden Passwortes nicht zu lösen. Denn seit der Zeit des ersten Telefonats bis zum Erlangen des Passwortes können schon mal drei bis vier Wochen ins Land gehen.
Nun ist es eigentlich ganz verständlich, wenn man als Kunde verärgert darauf reagiert und für nicht erhaltene Leistung auch kein Geld zahlen möchte. Will der Kunde nun seiner Verärgerung Luft machen, indem er die monatliche Gebühr zurückzieht, hat er die Rechnung ohne 1&1 gemacht.
Nach einer Mahnung wegen noch zu begleichender Rechnung folgt auch gleich ein Schreiben eines Inkassobüros. Und weil dies noch nicht genug erscheint, erhält man zugleich noch Geldforderungen von einem von 1&1 beauftragten Rechtsanwalt.
Warum nur auf einmal diese Eile? Ein Internetanbieter wie 1&1 ist also dazu berechtigt, seinem Kunden ein bis zwei Monate keinen Internetzugang zu gewährleisten, während der Kunde verpflichtet ist zu bezahlen.
Das Ende vom Lied ist, dass man als Kunde einen Anwalt einschalten muss, um aus solch einer Misere wieder heraus zu kommen. Letztendlich zahlt man also nur drauf. Im Endeffekt ist es somit auch nicht mehr so günstig, wie es vom Anbieter versprochen wird.
Also bewahren Sie Ihr Passwort immer gut gesichert auf, ansonsten bietet auch 1&1 keinen günstigen Internetzugang!